Rocco


Filme / Montag, 30. November, 2020

Ein letztes Jahr für den „italienischen Hengst“: „Rocco“ begleitet den legendären Pornodarsteller Rocco Siffredi auf seiner Abschiedstour.

Handlung

Von Fans geliebt, von den Kollegen geachtet: Rocco Siffredi gilt als letzter großer Gentleman einer Szene, die über das Internet und Billigproduktionen längst ihren einstigen Status einbüßen musste. Für die Pornografie ist er so etwas wie Mike Tyson für den Boxsport oder Michael Jordan für Basketball – eine lebende Legende. Doch der Werdegang des späteren „Italian Stallion“ sah zunächst eine ganz andere Laufbahn vor. Vor allem seine Mutter wollte ihren kleinen Rocco zum Priester ausbilden lassen. Trotzdem willigte sie ein und gab ihrem Sohn gar ihren Segen, als sich dieser für eine verruchte Pornokarriere entschied. Sein Leben verschrieb er fortan dem Verlangen – und sonst nichts.

30 Jahre lang machte sich Rocco Siffredi einen Namen als international agierender Darsteller in unzähligen Hardcore-Produktionen. Er probierte sich in seinen drei Jahrzehnten im Pornogeschäft in sämtlichen Bereichen der Kunst aus. Grenzen kannte der Italiener keine, lediglich stilvoll und anders musste es sein.

© Wild Bunch Germany

Kritik

Trotzdem hat auch die erfolgreichste Karriere irgendwann einen Abschluss verdient. In 2015 beschloss Rocco Siffredi schließlich, seine aktive Pornokarriere an den Nagel zu hängen und sich buchstäblich wieder etwas überzuwerfen. Die beiden experimentellen Dokumentarfilmer Thierry Demaizière und Alban Teurlai wollten dem italienischen Darsteller gleichzeitig einen letzten wie würdevollen Auftritt auf der großen Bühne widmen. Ein ganzes Jahr lang begleiteten sie Rocco Siffredi daher im Rahmen seiner darstellerischen Abschiedstour.

„Rocco Siffredis Biografie allein gleicht einer mythologischen Sage. Um die unfassbare Lebensgeschichte eines Mannes abbilden zu können, der von seinem eigenen Verlangen verfolgt wird, haben wir ihn sowohl bei der Arbeit als auch im Privaten gefilmt“, so die beiden Regisseure. „Wir haben diese Parallelwelt mit der Intention gefilmt, weder zu urteilen noch zu verherrlichen. Brutal, wirr und häufig überraschend wird diese Industrie ohne Kompromisse abgebildet, in all ihrer Herrlichkeit, Roheit und, man mag es kaum sagen, Poesie.“

Vor dem Hintergrund einer letzten großen Szene, die seiner langen, erfolgreichen Karriere die Krone aufsetzen sollte, beschäftigen sich Demaizière und Teurlai nicht nur mit dem Künstler. Ebenso sollte es um die Person hinter der Legende gehen. Nicht alles, was gold ist, glänzt ohne auch Schattenseite – man kann ebenso im Pool aus Erfolg und Anerkennung ertrinken. So wirft die Dokumentation gleichzeitig auch einen Blick hinter die Kulissen des pornografischen Filmgeschäfts. Dabei zeichnet sie ein Porträt aus Lust, Zusammenhalt und Wettkampf.

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